Fistula-Projekt

Mit drei verlobt, mit zehn verheiratet und mit zwölf schwanger

Mädchen in Entwicklungsländern heiraten oft schon jung und werden früh schwanger, noch bevor ihr Körperwachstum abgeschlossen ist. Auch bei erwachsenen Frauen , deren Wachstum durch jahrelange Mangelernährung beeinträchtigt war stimmt das Verhältnis zwischen Babykopf und Becken nicht.

Nach tagelangen Wehen kommt es fast immer zu einer Totgeburt. Durch den starken Druck des kindlichen Kopfes auf den Geburtskanal und das Becken wird die Blutversorgung unterbrochen und das Gewebe stirbt ab. Es entsteht ein Loch zwischen Blase und Vagina (Blasen-Scheiden-Fistel) oder zusätzlich zwischen Vagina und Enddarm. Entsprechende Verletzungen können auch bei der Genitalbeschneidung entstehen.

Verstoßen, verarmt und vereinsamt

Auf das traumatischen Geburtserlebnis und den Verlust des Kindes folgt schwerste Inkontinenz mit ständig unkontrolliert tröpfelndem Urin. Durch den unangenehmen Geruch erfolgt fast immer der Ausschluss aus der Familien und Dorfgemeinschaft. So leben Fistula-Frauen meist völlig vereinsamt, verarmt und krank in einer abgelegenen Hütte.

Zahl der  Fistelpatientinnen weltweit:   ca. 2 Millionen

©Fistula e.V. (www.fistula.de)

 

ZONTA ENGAGIERT SICH IN LIBERIA

Seit 2008 unterstützt Zonta International den Kampf gegen die Geburtsfistel mit insgesamt 1,95 Mio. US$., Insgesamt wurden 1.079 Frauen und junge Mädchen mit verschiedenen Fistelerkrankungen operiert. Insgesamt 264 Überlebende wurden wieder in ihren Herkunftsgemeinden eingegliedert.

Durch die Verlängerung der Unterstützung durch Zonta um weitere 2 Jahre (2014-2016: US$600.000) kann diese lebensverändernde Arbeit fortgesetzt werden.

Durch gut ausgebildete Chirurgen, entsprechend ausgestattete Einrichtungen und die nötige Nachsorge erreicht die Behandlung der unkomplizierten Geburtsfistel eine Erfolgsrate von 90 %. Die durchschnittlichen Kosten der Fistel-OP und der entsprechenden Nachsorge betragen ca. 400 US$ während sich die Kosten der gesellschaftlichen Rehabilitierung einer Fistelüberlebenden auf durchschnittlich 1.300 US$ für Schulung und psychosoziale Unterstützung belaufen.

Allerdings treten in Liberia jedes Jahr 600 – 1.000 neue Fälle von Geburtsfisteln auf und in mehr als 5.000 bestehenden Fällen steht die Behandlung noch aus.

Gearbeitet wird auf zwei Ebenen:

Es werden Krankenhäuser ausgestattet, damit sie Geburtsfisteln behandeln können; und Gesundheitspersonal wird im Umgang mit der Fistelgeschult, um die Qualität der Versorgung verbessern zu können. Dabei wird der Fokus auf die verstärkte Sensibilisierung der Bevölkerung durch die Zusammenarbeit mit Fistelüberlebenden, Journalisten und Schülerinnen/Studentinnen angestrebt, ebenso die Zusammenarbeit mit Politikern und Gesetzgebern, die sich mit Frauen betreffenden Gesundheitsfragen auskennen, und durch die Förderung der lokalen Finanzierung von Geburtsfistelprojekten.

Konkretes Ziel dieses zusammen mit UNFPA  (=United Nations Population Fund = Weltbevölkerungsfond) vorangetriebenen Projekts ist es, größeres Wissen und stärkeres Bewusstsein bezüglich  der Geburtsfisteln in bestimmten Gemeinden im ganzen Land zu wecken, damit  die Zahl der Geburtsfisteln und traumatischen Fisteln um 25 % verringert wird.